Tag 10: Wasser! Salzig und süß!

Am zehnten Tag starteten wir von unserer Lagerstelle in Merzifon. Noch während des Zähneputzens knatterte der Ford “Henry” von den Unicamels herbei und verkündete, dass sie abends noch von der Polizei zu einem anderen Areal gebracht worden seien in dem auch andere Teams gelandet waren. Die drei Autos der Unicamels waren bereits startklar als unser erstes Fahrzeug an der Tankstelle, die als Treffpunkt diente, eintraf. Zudem wollten die Unicamels auf schnellstem Weg ans Meer fahren, während wir uns auch weiterhin so fern wie möglich von den mehrspurigen Straßen halten wollten. So haben wir vereinbart diesen einen Tag getrennt zu fahren.

Die Unicamels sind dann gleich gestartet, während wir und das Team Schwabenstahl Volvopower erst einmal die Autos betanken und und mit Kuchen und Cola als Frühstück eindeckten.

Dann fuhren wir nach Havla. Von dort wollten wir gehn Norden um auf kleinen Bergstraßen ans Meer zu gelangen.

Zunächst war aber ein Stop in Havla eingeplant um Geld zu wechseln und unsere Vorräte aufzufüllen. Es ist in türkischen Städten genauso unmöglich spontan Parkplätze für 6 Autos zu finden wie in Deutschland. Allerdings genießen wir, wegen unserer bunten Fahrzeuge, eine gewisse Narrenfreiheit und so haben wir einfach auf einer etwas breiteren Kreuzung ein paar Einfahrten zugeparkt und die anderen Autos mit Warnblinker in zweiter und dritter Reihe anbgestellt. Josh ging Geldwechseln einige andere zum einkaufen. Der Rest von uns blieb bei den Autos um in Notfall wegfahren zu können. Wie so oft sammelten sich die Menschen vor ihren Läden, beobachteten uns und nach einigen Minuten wurde uns Tee angeboten. Ein solches Angebot schlagen wir nie aus – ist es doch eine tolle Möglichkeit die Menschen kennen zu lernen. Außerdem ist alleine der türkische Tee eine Reise in die Türkei wert.

So saßen wir dann in einem naheliegender Café und tranken Tee während der Wirt und seine Nachbarn dafür sorgten dass unsere Autos bleiben konnten wo sie waren und jemanden organisierten der uns in perfektem Deutsch den weiteren Weg erklärte. Er hat nicht ganz verstanden, weshalb wir nicht die gute Straße sondern lieber die Schlamm- und Schotterpisten über die Berge nehmen wollten.

Nachdem wir den Tee getrunken und bezahlt hatten und einige von uns noch in den Genuss einer typisch türkischen Eis-Show gekommen waren – dabei nimmt einen der Eisverkäufer immer wieder das Eis mit seinen ca. 1,5 m langen Eisspatel weg – sind wir der Wegbeschreibung und unserem Orientierungssinn nachgefahren. Als die Straße wirklich nur noch ein Schlammweg war, haben wir nochmal nachgefragt und wurden in die gleiche Richtung verwiesen. Also sind wir weitergefahren bis wir vor dem Tor einer militärischen Anlage standen. Dreistigkeit siegt und so sind wir einfach auf das elende gefahren und haben versucht jemanden zu finden, der uns erklären kann wie es weitergeht. Tatsächlich kamen aus einem der Gebäude auch zwei Männer in Zivil die nochmal den Weg erklärten – zunächst zurück nach Havla – und zwar von den vielen Fotos irritiert waren aber nichts dagegen unternahmen.

Um es kurz zumachen: Wir mussten noch viele Menschen fragen bis wir auf der richtigen Route waren. Es sollte sich aber lohnen.

Die Landstraße wurde zunächst immer schlechter und schraubte sich dann durch kleine Ortschaften auf den Berg hinauf. Ganz oben haben wir dann eine Vesperpause mit traumhaftem Ausblick gemacht und unsere gerade gekauften Vorräte wieder verspeist.

Weiter ging es dann bei bestem Wetter – strahlender Sonnenschein und über 20 Grad – ins Tal wo wir auf einen Gebirgsbach stießen der schnell größer und damit auch ruhiger wurde. Von einer Brücke konnten wir einen Platz erspähen an dem wir mit den Autos and Wasser konnten. Diese Gelegenheit haben wir genutzt und sind ins eiskalte Wasser des Gebirgsflusses gesprungen.

Nach einer weiteren Pause sind wir dann weiter durch die traumhafte Landschaft gefahren. Aus dem Fluss wurde ein Staudamm und die Landschaft wandelte sich immer mehr in den Industriebereich der an der Küste des schwarzen Meeres so typisch ist. Von Balgs nahmen wir die Schnellstraße an der Küste entlang. Erst kurz vor unserem Tagesziel gab es noch eine Landzunge auf die man hinaus fahren konnte, weil sie durch die Schnellstraße abgeschnitten wird. Und sofort ging es wieder in wunderschönen Serpentinen die Küste entlang. Wir haben uns auf diesem Abschnitt dann ein Restaurant in toller Lage zum Abendessen ausgesucht. Wir waren die Intrigen Gäste und es gab auch nur die Auswahl zwischen Salat, panierten und gegrillten Fischchen und Köfte. Das Essen war einfach aber gut und der Blick einfach großartig. So haben wir bis in die späten Abendstunden zusammengesessen und die Ankunft am Meer gefeiert.

Im Anschluss sind wir wieder auf die Schnellstraße gefahren und direkt zum Fahrerlager gedüst, das – oh Wunder – wegen Überfüllung geschlossen war. Das Lager lag aber direkt an der Küste und in der Verlängerung hatten schon einige Teams ihre Lager auf der Strandpromenade aufgeschlagen. Dort haben wir uns angeschlossen und unsere Autos so geparkt, dass wir direkt auf einen Steinkai hinaus konnten. Auf diesem haben wir dann unsere letzten Biervorräte (Nach Benzin unser größter Ausgabenpunkt mit über 2 € je Dose) getrunken.

Die letzten von uns sind dann erst um halb vier ins Bett gefallen.

Morgen geht das mit unserer Fahrt nach Georgien weiter.

Viele Grüße
Carlos

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