Tag 19: Canyoning und falsches Salz

In Uça startete der Tag mit sehr guten Nachrichten – das OK hatte für Peter und Kati ein neues Auto organisiert. Einen Opel Vectra den zuvor ein einzelnes Mitglied des OK gefahren hat. Wir sind also ab sofort wieder zu neunt unterwegs!

Leider ging es nicht so gut weiter, denn am selben Morgen wurden auch die Flugzeiten verkündet. Wir hatten im Flüge am Sonntag Abend angefragt. Gebucht wurden wir auf Sonntag – um 0:50 Uhr bis Istanbul, dann vier Stunden Aufenthalt und um 6:45 Uhr weiter nach Stuttgart. Ganz ehrlich, das ist eine Frechheit. Nur weil 0:50 Uhr auf dem Papier auch Sonntag ist, war doch klar, dass wir den Tag noch in der Türkei haben wollten. Wir haben rund 450 € für die Flüge bezahlt, der 19:15 Uhr Flug ist für 300 € noch verfügbar oder war es gestern morgen.
Ich nehme das OK sonst regelmäßig in Schutz – ich wollte Abenteuer und nicht ein “Rundumsorglospaket”. Das erweckt jetzt aber den zwingenden Eindruck, dass nicht für die Rallyteilnehmer sondern zu Gunsten der Airline oder im monetären Eigenintertesse gehandelt wurde. Im besten Fall waren unsere Wünsche einfach scheissegal. Das umso mehr als diese Zeiten nahezu alle Flüge betreffen. Viele werden gar um 22:00 Uhr von der Abschiedsparty geholt, weil ihre Samstagflüge um 0:50 Uhr gehen.

Nadir, this is bullshit!

So das musste raus, aber nun weiter im Text. Während ich mich über die Flüge aufgeregt habe, startete plötzlich der Konvoi, der uns zum Canyon bringen sollte. Auf dem Weg zurück zum Auto habe ich nicht nur vergessen unseren Wagenheber mitzunehmen, sondern auch, dass neben unseren beiden “pinken Dachboxen” noch ein weinroter Opel Vectra eingesammelt werden muss und so sind wir ohne Kati und Peter in den Konvoi eingefahren. Beides fiel mir im Auto ein aber obwohl wir noch eine Runde zum Fahrerlager drehten, waren weder Kati und Peter noch die Petrolheads mit unserem Wagenheber zu sehen. Mit bangen Gefühl im Magen fuhren also Prinzessin und Perle gemeinsam mit den Volvos vom Team Schwabenstahl Volvopower – die auch keinen für uns passenden Wagenheber hatten – Richtung Canyon.

Den Konvoi zum Canyon hatten wir längst verloren und eigentlich gab es Bilder nach denen hätte gefahren werden sollen aber vor uns fuhren die präzisen Schweizer von “Judo goes Orient” und denen kann man getrost hinterher fahren. Also haben wir das Roadbook getrost ignoriert und sind den Schweizern gefolgt bis diese mit einer Reifenpanne liegen blieben. Danach haben wir den Weg in den Canyon selbst gefunden.

Die Canyon-Durchfahrt war für die meisten anderen Teams wahrscheinlich eine schlechte Schotterpiste, für unsere viel zu tief liegenden E-Klassen durch die ausgefahrenen Spuren aber eine echte Herausforderung.

Am Ende angekommen wurde uns vom OK mitgeteilt, dass wir 30 km Canyon verpasst hätten. Also haben wir die Karte gezückt und uns von Wilfried erklären lassen wo wir hin müssten um den frühesten möglichen Einstieg zu nehmen. Wir überredeten also den freundlichen Polizisten uns nicht auf die Rallyeroute festzulegen und fuhren weiter. Als aber ein Straßenschild auftauchte, dass den Weg zu dem von Wilfried angegebenen Ziel mit 85 km angab, haben wir uns alles nochmal angeschaut und festgestellt, dass das was uns Wilfried als Canyon verkauft hatte, eine Eisenbahnstrecke war.

Ich mache es kurz, nach einiger Diskussion haben wir uns schlussendlich entschlossen die wieder aufgetauchten Peter und Kati einzusammeln und dann wieder in die Gegenrichtung durch den Canyon zu fahren. Mitten im Canyon kam dann per Funk die Meldung, dass es “Lila” von den Volvos erwischt hatte. Plattfuß. Also mitten im Canyon das Werkzeug gezückt und Reifen gewechselt. Danach ging es weiter. Mir wurde wieder mulmig im Bauch – schließlich hätten wir keine Möglichkeit gehabt unser Auto aufzubocken. 300 m weiter standen die Volvos wieder still. Selber Wagen, selber Reifen. Der Fahrer – ein Fahrlehrer – war völlig bedröppelt. Auch dieser Reifen wurde aber in kürzester Zeit und trotz Gegenverkehr gewechselt.

Dann endlich ging es weiter. Ziel waren die “Salzterrassen” von Permukkale. Von unten sahen die echt beeindrucken aus, als wir allerdings am Eingang standen, konnten wir uns nicht durchringen die 35 Lira Eintritt je Person zu zahlen und haben die Terrassen lieber von direkt darunter liegenden Park betrachtet. Unbeeindruckt vom seine Trillerpfeife auslastenden Aufpasser kletterte Patze von den Volvos über die Absperrung um das Salz zu inspizieren und musste beim ablecken feststellen, dass es sich um Gips und nicht um Salz handelt.

Gegenüber der “Salzterrassen” lag ein Freibad in das wir nach kurzen Preisverhandlungen gingen. Es waren nur die Fehlzünder und die Volvos im Bad und extra für uns wurden die Wasserrutschen angeschmissen. So wurden wir mit viel Spaß mal wieder so richtig sauber. Im Anschluss waren wir noch essen. Das Essen war so wie man es in einem Touri-Ort erwartet. Dafür gab es noch Bier und mit 18 Dosen im Gepäck haben wir uns dann gen Fahrerlager gewendet wo wir wie gewohnt gegen 0:30 Uhr einfuhren. Trotz der Polizeieskorte die uns ins Lager brachte, war leider nicht mehr viel los und so sind wir, nachdem wir einen völlig betrunkenen Türken von unserem Auto entfernt hatten, um zwei Uhr erschöpft eingeschlafen um uns wahrscheinlich ein letztes Mal in unseren Autos zur Ruhe zu begeben.

Momentan befinden wir uns auf der letzten Etappe unserer Rallye von der ich morgen berichten werde. Bis dahin macht es gut und

Viele Grüße
Carlos

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