Tag 4: km, km, km

Moin Moin zusammen,

es ist zwar schon früher Abend aber die Zeiten verschwimmen ziemlich während wir die Kilometer abspulen und so ziemlich alle 10 Minuten bedauern, dass wir gerade hier nicht noch zwei Tage bleiben können.

Aber von vorne, denn wir haben uns ja gestern schon ziemlich rar gemacht:

Unser letzter längerer Blogeintrag stammt noch von vorgestern Abend als wir im strömenden Regen kurz vor der bosnischen Grenze in Ploče bei Camping Rio Halt gemacht haben.

Nach einem langen Abend im Regen bei Whiskey und Bier konnten wir uns morgens tatsächlich eine lauwarme Dusche gönnen. Dass draußen mehr Wasser vom Himmel kam als in der Dusche hat uns dabei nicht sonderlich gestört.

Danach sind wir nach Dubrovnik aufgebrochen und schon am Grenzübergang nach Bosnien hat der Regen aufgehört. So war nicht nur das Warten während der eingehenden Untersuchung von Perle erträglicher, sondern wir konnten auch das eine oder andere Bild von und am Grenzübergang machen, bevor der wutschnaubende Zöllner uns unter Hinweis auf das offizielle Gelände verjagt hat. Ein bisschen Humor hat er dann aber doch bewiesen als er den einzigen Ford zwischen den fünf Mercedes mit den Worten “Ford? No Good!” durchwinkte.

Das Wetter haben wir dann auch gleich genutzt um uns die Altstadt von Dubrovnik anzusehen und Mittagessen zu gehen. Trotz der Begeisterung die unsere Autos beim Parkhauspersonal hervor riefen mussten wir aber leider 60 € Parkgebühren berappen.

So schön dieser Mittag auch war, ein Thema musste endlich noch geklärt werden:

Wie sollte unsere Route weiterführen. Das Team Fehlzündung hatte eigentlich geplant die Gelegenheit zu nutzen und sich auch Mazedonien anzusehen. Die Unicamels hatten aber gehört und gelesen, dass man bei der Einfahrt nach Mazedonien sämtliche Fotoapparate anmelden müsse. Bei 12 Handys mehreren Tablets, drei Fotoapparaten und unzähligen GoPros und dem Zeitaufwand den so eine Registratur und im schlimmsten Falle die Kontrolle der Geräte beim Ausreisen verursachen würde, haben wir uns dazu entschieden die Route zu verlegen und über Montenegro und Albanien nach Griechenland zu fahren.

Gesagt, geta… ääh begonnen. Denn was wir nicht bedacht hätten war, dass wir so ein paar Kilometer mehr hinter uns bringen müssen und wie langsam wir auf der Küstenstraße voran kommen würden.

Die Küstenstraße … Ein Thema für sich. Anders als alle anderen Teams auf der Kroatienroute, haben wir uns bis Albanien nahezu durchgehend auf der idyllischen aber zeitraubenden Küstenstrecke gehalten. Während das am Sonntag buchstäblich ins Wasser gefallen ist, würden wir am Montag belohnt, denn wenn zwischen den Wolkengüssen kurz die Sonne hervor kam, zeigte sich uns ein gigantischer Anblick. Schaut euch die unbearbeiteten Bilder am besten selbst an!

Aus meiner Sicht  würde die Landschaft immer schöner, je weiter wir nach Süden kamen. Der Nachteil: am späten Nachmittag waren wir gerade so zu zwei Dritteln durch Montenegro. Am Mittwoch Abend sollten wir aber doch in Istanbul sein. Dann jagte Peter uns noch einen Schreck ein, als er direkt vor den Augen der Verkehrspolizei seinem Vordermann aufs Heck rutschte. Der war aber sehr gut gelaunt und nach einem Blick auf sein Auto gab er Peter die Hand und wünschte uns viel Glück für die Rallye.

Danach wurde beschlossen, dass ab jetzt Gas gegeben wird. Und das haben wir dann auch, nach langem Warten an der albanischen Grenze getan. In Albanien haben wir schnell festgestellt, dass ca. ein Drittel der Einwohner Polizisten sind. Allerdings waren diese ausnahmslos hilfreich und freundlich. Sie haben uns nur etwas leid getan, weil nicht einmal die Straßenkehrer ihren kleinen Dodge Platz gemacht haben. Die Straßen und die Beschilderung waren allerdings katastrophal und der wieder einsetzende Regen trug seinen Teil dazu bei, dass das Vorwärtskommen mehr als anstrengend war. Schlaglöcher in denen man einen Smart verstecken könnte, Wahnsinnige in SUVs die mit 180 über diese Straßen donnerten und Steine oder Tiere auf der Fahrbahn wechselten sich ab. Ganz kurz haben wir auch das Team 77 gesehen, die aber wohl schon wussten, dass die direkte Landstraße wegen eines Erdrutsches gesperrt war und anders abbogen. Wir sind erst noch bis zum Erdhaufen gefahren 😉.

Bis drei Uhr nachts haben wir uns dann bei Nebel und Regen über Serpentinen durch Albanien gekämpft und um kurz vor zwölf noch das von Roadbook geforderte Apfelbaumbild gemacht. Viel gesehen haben wir nicht, dafür war es abwechselnd zu dunkel oder zu neblig (Sichtweiten unter 20m). Festzuhalten bleibt aber, dass auch hier alle Menschen die wir nach dem Weg gefragt haben wahnsinnig nett und hilfsbereit waren. Einmal bekamen wir sogar eine Eskorte, weil wir die Schotterpiste nicht einmal als Straße erkannt haben!

Kurz nach drei kamen wir dann an die griechische Grenze, an der wir unproblematisch abgefertigt und zurück in die EU gelassen wurden. Direkt nach der Grenze haben wir den Wunsch unterdrückt das dort campende Team @Explorient Racing zu wecken und haben 3 km weiter unser Nachtlager auf einer Nebenstraße aufgeschlagen.

Heute Morgen ging es dann nach einem schnellen Café wieder auf die Straße. 1.000 km bis Istanbul standen auf dem Plan. Aber wie so oft, der Post ist schon zu lang, den Rest bekommt ihr später.

Viele Grüße
Carlos

#AOR2016 #Fehlzuendung #Fehlzündung #Unicamels


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