Tag 9: Auf nach Norden

Am neunten Tag unserer aktuellen Zeitrechnung sind wir morgens aufgewacht und irgendetwas war anders. Etwas fehlte. Nach einigen Minuten im Schlafsack wurde mir klar, dass das morgendliche Getrommel des Regens fehlte! Und ein Blick aus der ungetönten Frontscheibe offerierte tatsächlich Sonnenschein. Also nichts wie raus und zum ersten Mal die mitgebrachten kurzen Hosen herausgekramt.

Beim frühstücken wurde uns gesagt, dass es eine Änderung im Roadbook geben würde und dass wir zu einer Werkstatt in Çorum fahren sollten. Das lies leider unsere Pläne nochmal durch den Naturpark zu fahren platzen, denn Çorum, Naturpark und die Zeit waren nicht unter einen Hut zu bringen. Ein kleiner Trost war aber, dass ab Çorum eine “Chinesenrallye” zu einer Offroadstrecke führen sollte. Eine Chinesenrallye ist eine Prüfung bei der zur Orientierung nur Bilder zur Verfügung stehen.

Wir sind relativ spät gestartet und haben nach dem obligatorischen Tank- und Toilettenstop zu neunt bzw. mit 18 Personen – Unicamels, Schwabenstahl Volvopower und Team Fehlzündung – die Fahrt angetreten. Natürlich sind wir nicht die gut ausgebaute Nationalstraße gefahren sondern haben uns eine Landstraßenroute ausgesucht, die zwar länger war aber landschaftlich mit Sicherheit schöner sein sollte.

Genauso war es auch. Ich verweise da einfach auf die Bilder.

Leider hat sich heraus gestellt, dass 9 Autos von gut 100 bis knapp 300 PS nur schwer unter einen Hut zu bringen sind und so haben wir den Kontakt zu den Volvos verloren. Zu sechst sind wir dann über die Landstraßen nach Çorum gedüst. Dort waren schon verschiedene Teams auf der Suche nach der bezeichneten Werkstatt. Denn die lag leider nicht auf unserer Einfahrtsroute sondern auf derjenigen die man genommen hätte, wenn man über die vierspurige Nationalstraße gefahren wäre.

An der Werkstatt angekommen, bekamen wir digital das Roadbook zur Chinesenrallye. Das erste Bild zeigte einen Startbogen der sich, so konnte man es aus den Folgebildern lesen, Ca. 30 km vor Çorum befinden sollte. Also sind wir in die Autos und haben die 30 km abgerissen. Doch da war – oh Wunder – kein Startbogen. Also wieder den Folgebildern nach bis wir wieder vor der Werkstatt standen. Den Bogen haben wir bis zum Schluss nicht gefunden, sind aber einfach danach in die Chinesenrallye eingestiegen.

Es sollten verschiedene markante Punkte angefahren und fotografiert und ein Kilo geröstete Kichererbsen besorgt werden. Haben wir natürlich alles erledigt. Am Ende führte uns die Bilderserie auf eine kleine Landstraße die schlussendlich in der “Offroadstrecke” endete. Durch Matsch und Steine haben wir uns relativ locker durchgearbeitet bis der rechte Hinterreifen von Schnegge plötzlich Fetzen von sich warf. Keiner weiß wie, aber Kati hat den Reifen völlig vernichtet! Also haben wir – wir haben ja langsam Übung – schnell einen Reifen gewechselt und sind weiter nach Merzifon zum Fahrerlager gefahren.

In der Stadt nahmen uns verschiedene Polizeistreifen in Empfang und winkten uns den Berg hinauf. Unterwegs sahen wir erstaunlich viele Rallyeautos am Straßenrand. Die entgegenkommenden Handkäs Heroes berichteten dann von unhaltbaren Zuständen. Das Fahrerlager sei ganz oben auf dem Berg. Es sei saukalt und alles krumm, campen sei unmöglich. Drei Minuten später berichteten die Petrolheads, die wirklich nicht aus Zucker sind, das gleiche. Einige Gespräche später stellte sich heraus, dass das eigentliche Fahrerlager wegen Überfüllung geschlossen worden war und die Ausweichfläche schlicht und einfach unbrauchbar war.

Wir haben uns entschlossen kurz anzuhalten um nicht alles über Funk auszudiskutieren und sofort kamen Leute angerannt, die uns in Hotels bugsieren wollten. Darauf hatten wir aber gar keine Lust. Wenn die Stadt nach mehreren Besuchen des Rallyetrosses immer noch “überrascht” von der Anzahl der Autos ist und das obwohl dieses Jahr 40 Teams abgesagt haben, dann sind sie selber schuld. Hätte man uns einfach gesagt, dass die Stadt soundsovielte Hotelübernachtungen braucht, hätten wir sicher anders reagiert aber bei so einem Quatsch machen wir nicht mit. Wir haben also solange mit der Polizei diskutiert bis die uns an einen anderen Ort eskortiert hatten. Der lag leider neben der Hauptstraße. Also haben wir dort noch kurz Nudeln mit Pesto gekocht und uns dann auf einen Feldweg verzogen. Blöderweise haben wir dabei die Unicamels verloren und so sind wir Fehlzünder mit dem Team Schwabenstahl Volvopower alleine ins Bett gegangen.

Morgen geht es dann weiter mit dem Bericht von heute. Und glaubt mir, so wenig Bilder ich für Tag 9 anbieten kann, so viele werden es für Tag 10 sein.

Viele Grüße vom schwarzen Meer
Carlos

‪#‎AOR2016‬ ‪#‎Fehlzuendung‬ ‪#‎Fehlzündung‬ ‪#‎Schwabenstahl‬


[map style=”width: auto; height:600px; margin:20px 0px 20px 0px; border: 1px solid black;” maptype=”SATELLITE” z=”07″ gpx=”http://edit.team-fehlzuendung.de/wp-content/uploads/3597_fehlzuendung_2016-05-08.gpx”]

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *